Sustainability Nachhaltigkeit
31. Juli 2019

Greening the Desert: Wüstenboden urbar machen

​​​​​​​Die frühen Hochkulturen waren hydraulische Gesellschaften, so der Soziologe Karl August Wittfogel. Hydraulische Gesellschaften, weil es im Zweistromland, am Indus und Nil erstmals gelang mit ausgeklügelten Bewässerungssystemen die landwirtschaftlichen Erträge erheblich zu steigern. Vielleicht ist es daher kein Zufall, das derzeit eines der ehrgeizigsten Projekte der Landwirtschaft in Ägypten gestartet wird.
Bewässerung Wüste

Die Sekem Initiative will in der westlichen ägyptischen Wüste Lebensmittel anbauen. Dabei geht es längst nicht nur um Kräuter für Lebensbaum. Langfristig soll die schnell wachsende Bevölkerung Ägyptens mit Bio-Lebensmitteln aus der Wüste versorgt werden.

In einem ersten Schritt werden in dem neuen Projekt 63 Hektar Wüstenboden urbar gemacht. Entscheidender Faktor dabei ist die Wasserversorgung. Nachdem die Brunnen gebohrt wurden, soll jetzt das Wasser über drei solarbetriebene Pivot-Bewässerungsanlagen verteilt werden. Diese Anlagen sind sehr teuer. Insgesamt werden 400 000 Euro benötigt, die über ein Crowdfunding Projekt beschafft werden sollen. Die erste Pivot-Anlage wurde maßgeblich durch Lebensbaum finanziert.

Pivot Sekem

Ein weiterer Knackpunkt ist der Boden. Anders als Wüstensand muss der Boden das Wasser aufsaugen und halten wie ein Schwamm. Sekem stellt seit Jahrzehnten Kompostboden aus Grünschnittabfällen mit diesen Eigenschaften her. Allerdings nahe der Metropole Kairo, wo Grünschnitt in großen Mengen anfällt. Jetzt wird dieser Boden mit dem Lastwagen in die Wüste gefahren. Die ersten 1.000 Tonnen Kompost sind eingetroffen, sodass der Boden für den Anbau von Pfefferminze jetzt vorbereitet werden kann. Der Anbau von Kräutern in der Wüste hat noch einen weiteren, positiven Effekt: Durch den biologisch-dynamischen Bodenaufbau und die Pflanzung von 12.000 Bäumen werden der Atmosphäre jährlich über 975 Tonnen CO2 entzogen und dauerhaft im Boden gebunden. 975 Tonnen entsprechen dem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von mehr als 400 Menschen in Ägypten. Sekem gehört zu den langjährigsten Anbaupartnern von Lebensbaum. Die Ägypter sind Experten in der Kultivierung von Wüstenboden. Seit 1977 hat Sekem über 680 Hektar Wüstenland langfristig in fruchtbares Land verwandelt und baut dort Kräuter und Gemüse nach den Methoden des biologisch-dynamischen Landbaus an.

Mitmachen:

Damit auch die zwei weiteren Pivot-Bewässerungsanlagen bald in Betrieb gehen können, wird noch Geld benötigt. Jeder kann bei dem Crowdfunding-Projekt mitmachen.

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